Donnerstag, 25. November 2021

Sonntag, 28. November, 1. Advent

Foto: Lisa Spreckelmeyer / pixelio.de

Wachet und betet! Impuls von Pfarrer Dominik Geiger

Heute am ersten Adventssonntag werden wir zu einer Geduldsprobe aufgerufen. Das Lukasevangelium (Lk. 21, 25-28.34-36) zeichnet zu Beginn des neuen Kirchenjahres eine Weltuntergangsszenerie: Es ist vom Toben und Donnern des Meeres die Rede, sowie von der Angst der Menschen vor den kommenden Dingen. Erdbeben, Dunkelheit und apokalyptische Zustände sollen nicht nur die Grundfesten der Erde, sondern auch die Menschen in ihrem Innern erschüttern. Lukas ist hier gegenüber dem Markusevangelium zwar weniger detailreich, aber dennoch ausdrucksstark. Die Katastrophe, die Jesus seinen Zuhörern vor Augen hält sorgt für Bestürzung. Und dann auch noch die Warnung vor allzu maßlosem, ausschweifendem Leben. „Hütet euch davor, dass Rausch, Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch verwirren.“ Jesus weist seine Jünger darauf hin, nicht in den irdischen alltäglichen Dingen aufzugehen, sondern sich den Himmlischen zuzuwenden. „Wacht und betet!“ Habt Geduld und erwartet von ganzem Herzen die Wiederkunft des Menschensohnes. Jesus prämiert sogar das geduldige Warten, indem er dessen Ausgang mit der Erlösung gleichsetzt: „Wenn all das kommt, dann richtet euch auf und erhebt euer Haupt, denn eure Erlösung ist nahe.“

Im Advent geht es darum, im Alltag so zu leben, dass Gott einen Platz im Leben findet, den er jeder Zeit einnehmen kann. Durch Gebet, gegenseitige Hilfe, das Eintreten für die christliche Überzeugung. Gerade der Advent und damit der Beginn des Kirchenjahres bieten dazu eine Möglichkeit, gegebenenfalls auch zum Neuanfang. Es geht darum, sich wieder einmal Gedanken über das eigene Leben zu machen. Die eigenen Maximen und Vorstellungen zu überdenken und bewusst Gott die Möglichkeit zu geben, das in das eigene Leben einzudringen. So will Gott an Weihnachten dann in jedem von uns Menschen werden, Fleisch annehmen und unsere Erlösung spürbar werden lassen.